Right Livelihood Award

Der Right Livelihood Award ist eine Auszeichnung für Menschen, die mit ihrem Denken und Handeln die Welt ein Stückchen verbessern. Die Preisträger nehmen sich den Problemen unserer Zeit an und haben erfolgreiche Lösungen oder Lösungsansätze zur Bewältigung dieser erschaffen. Heute ist der Right Livelihood Award auch bekannt als Alternativer Nobelpreis, obwohl der Preis in keinster Weise mit der Vergabe der Nobelpreise zusammenhängt.

Die Ehrung wird im Dezember eines jeden Jahres von der Stiftung, der Right Livelihood Award Foundation, vergeben. Diese finanziert sich allein durch private Spendengelder.

Die Gründung der Stiftung dank einer Briefmarkensammlung

Der Publizist, Philatelist und Europa-Abgeordneter Jakob von Uexhüll hat die Stiftung für die Vergabe der Right Livelihood Awards im Jahre 1980 gegründet. Der Deutsch-Schwede hatte sich mit Briefmarkensammlungen sehr viel Geld verdient und wollte selbst dazu beitragen, die Welt zu verbessern. Also verschaffte er sich bei dem Komitee des Nobelpreises Gehör. Jakob von Uexhüll war der Ansicht, es müsse auch einen Nobelpreis für Armutsbekämpfung und einen für Ökologie geben. Doch das Nobelkomitee ließ ihn abblitzen. Die Ideen des Deutsch-Schweden seien zu modern gewesen. Das ließ sich von Uexhüll nicht bieten und gründete mit seinem Geld einfach seine eigene gemeinnützige Stiftung. Heute ist sein Neffe Ole von Uexhüll stolzer Geschäftsführer.

Die Nominierung

Für den Right Livelihood Award kann prinzipiell jeder nominiert werden. Das bedeutet, dass die Chancen für alle vorgeschlagenen Kandidaten gleich sind – egal ob sie aus einem kleinen Entwicklungsland oder einer großen Industrienation kommen. Bei der Auszeichnung gibt es zudem keine Kategorien. Grund hierfür ist, dass sich die meisten Verdienste nicht einfach in eine Schublade mit einer passenden Überschrift stecken lassen.

Das Einsatzgebiet der Preisträger ist also äußerst vielfältig. Frieden, Konfliktbewältigung und Menschenrechte gehören genauso dazu, wie Bildung, Ernährung, Kinder, Kultur, Spiritualität, technologischer Fortschritt und neue Wirtschaftsmodelle. Daneben spielen aber auch Globalisierung, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine wichtige Rolle.

Die Jurymitglieder aus aller Welt müssen nach den Nominierungen die vorgeschlagenen Kandidaten besuchen und sich ihre Leistungen mit eigenen Augen ansehen. Anschließend trifft sich dann das Komitee, um über die Vergabe der insgesamt vier Preise zu entscheiden.

Der Alternative Nobelpreis als Lebensretter

Die Gewinner erhalten bei der Verleihung des Right Livelihood Awards ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro. Dies ist für die Unterstützung ihrer Projekte gedacht. Daneben bekommen sie eine breite öffentliche Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit. Das ist für das Leben und Wirken vieler entscheidend. Obwohl die ausgezeichneten Personen so viel für unsere Menschheit leisten, wird ihr Schaffen oft belächelt oder ignoriert, manchmal sogar vehement von Gegnern bekämpft. Einige hat der Alternative Nobelpreis sogar vor dem Tod gerettet. So auch eine geehrte Menschenrechtsaktivistin aus dem Tschad. Zuvor jagte man sie noch mit Granaten und Gewehren, nun ist endlich Ruhe eingekehrt und die Frau kann in Sicherheit leben.

Ein Preis, der Türen öffnet

Der Right Livelihood Award wurde bereits an 149 Menschen und Initiativen verliehen. Die Preisträger stammen aus rund 62 Ländern der Welt. Die Auszeichnung gibt vielen die nötige Motivation, weiterhin ihre Ziele zu verfolgen und sich den oft unlösbar erscheinenden Problemen mit Kreativität, Willensstärke und vor allem Mut zu stellen.

Bedacht werden in erster Linie Menschen, die in der großen Welt niemand kennt, die aber trotzdem mit so viel Engagement die Welt verbessern. Das Beispiel der Biologin Wangari Maathai zeigt die Folgen des Alternativen Nobelpreises. Maathai erhielt die Auszeichnung im Jahre 1984, da sie sich in Kenia dafür einsetzte, Bäume zu pflanzen. Kritiker aus den Reihen des Nobelpreis-Gremiums belächelten damals die Vergabe des Awards an die Biologin. Doch 20 Jahre später geschah das Unfassbare. Wangari Maathai erhielt den Friedensnobelpreis. Viele weitere Fälle zeigen, dass der Right Livelihood Award Türen öffnet, Türen in eine bessere Welt.